2018 in Metal… Teil 2

Teil zwei meines persönlich kurierten Jahresberichtes über die wichtigsten Metal Alben 2018.

Of Mice & Men – Defy

Eines meiner Lieblingsalben fürs Fitnessstudio dieses Jahr. Of Mice & Men spielen ein modernes Metal-Rock-Gemisch, wie man es gerade in Massen findet. Hervorheben können sich die Kalifornier durch erstklassiges Songwriting und einen immensen Spaßfaktor, der schon beim Vorgängeralbum „Cold World“ auffiel. Auf „Defy“ legen die Jungs jedoch noch eine Schippe drauf und katapultieren sich damit in meine persönliche Hitliste. Ohrwürmer und Partyhits gibt es hier am laufenden Band, aber nie erweckt die Band den Eindruck, in die Popcharts zu wollen oder sich anzubiedern. Auch das Soundgewand ist wieder erstklassig. „Defy“ ist druckvoll aber dennoch klar produziert und Räumlichkeit sowie Detailtreue sind absolut vorbildlich. Ich wünschte, mehr Bands lägen so viel Wert auf ihren Sound!

4/5

Five Finger Death Punch – And Justice for None

Da haben wir sie wieder, die meistgehypte Metal Band der Welt. Anscheinend mussten die Ami-Metaller auch 2018 wieder ihren musikalischen Senf zu den Clubabenden 16-jähriger Nachwuchskuttenträger geben. Und wie FFDP (nicht zu verwechseln mit FDP, die sind nicht ganz so schwul) das wieder tun! Stampfende Rhythmen, zusammengeklaute Riffs und gezwungen eingängige Refrains mit einer braven Durchschnittslänge von 3:30.  Satte 13 mal hintereinander wird dafür gesorgt, dass niemand vergisst: Five Finger Death Punch sind die schwulste Poser-Band der Neuzeit. Die pseudo-tiefgründigen Texte und die generell vorherrschende dicke-Eier-Attitüde vermitteln zusätzlich, dass die Band gern hart wäre, es aber niemals schaffen wird, das Durchschnittsalter auf ihren Konzerten über 17 zu heben.

0/5

Machine Head – Carthasis

Machine Head bauen ab. Unglaublich aber wahr, diese Band hat uns Alben wie „The Burning Red“, „Supercharger“ und „Through the Ashes of Empires“ geschenkt. Das aktuelle Werk wirkt dagegen einfach nur konfus. Es gibt exakt 3 gute Songs (Carthasis, Hope Begets Hope, Heavy Lies the Crown) und der Rest wirkt songwriterisch irgendwie komplett planlos zusammengeschustert.  Am schlimmsten sind jedoch die oberpeinlichen Texte, die man als erwachsener Hörer einfach nur schwer verkraften kann. Von einer solch legendären Band würde man eigentlich erwarten, sie sei über die Jahre gereift.

„So get your middle fingers in the air
And sing
They can’t ignore us anymore
It’s up to us
So hear me out cause I don’t give a fuck“

Sorry, aber auf über solche Lyrics kann ich einfach seit ca. 17 Jahren keinen Fick mehr geben. Immerhin haben Machine Head dafür gesorgt, dass „Carthasis“ nicht wie Scheiße klingt und im Gegensatz zu den zwei Vorgängern wieder krebsfrei über Kopfhörer konsumiert werden kann. Wenn man das möchte.

2/5

After The Burial – Dig Deep

Kam schon 2016 raus, aber erst ab 2018 komplett auf Spotify verfügbar, deswegen haltet die Fresse. Irgendwo zwischen Meshuggah und 08/15-Deathcore Band angesiedelt, waren After The Burial schon immer ein riesen Spaßmacher (trotz der etwas fiesen Beschreibung meinerseits). „Dig Deep“ ist da keine Ausnahme. Grundsätzlich geht es auf dem Album ziemlich düster zu, aber durch Einsatz cooler Grooves, und genialer songwriterischer Kniffe (wie z.B. die Reggaeton-Hupe in „Laurentian Ghosts“) wird die Stimmung jedoch angenehm aufgelockert. Dadurch ist „Dig Deep“ super durchhörbar und macht sich auch im Gym extrem gut. Der Sound ist übrigens außerordentlich fett geraten. Die Snare Drum klingt saftig, die Gitarren haben Wandformat, Bass und Bassdrum machen untenrum ordentlich Druck und die Becken klingen einfach göööööttlich! Hammeralbum.

5/5

Light the Torch -Revival

Die Trennung von Howard Jones und Killswitch Engage war das Beste, was beiden Seiten passieren konnte. Killswitch haben sich den alten Sänger geholt, sich songwriterisch wieder gefangen und 2016 mit „Incarnate“ ihr bestes Album veröffentlicht. Jones lang auch nicht auf der faulen Haut und hat mit Light the Torch (früher Devil You Know) eine absolut hörenswerte Truppe zusammengetrommelt. „Revival“ ist ein leicht verdauliches, aber durchweg gelungenes Metal Album, das definitiv auch das Beste ist, was man von Howard Jones bisher gehört hat. Überraschenderweise sind mit „The Great Divide“ und „Judas Convention“ auch nur zwei langsame Songs auf dem Album, die auch noch ziemlich gut sind. Der Sound des Albums ist durchweg fett und bombastisch, aber ohne sonderlich komprimiert oder übersteuert zu klingen. Sehr vorbildlich. Also, schmeißt die alten Killswitch Alben in den Müll, die braucht jetzt wirklich keiner mehr.

4/5

TesseracT – Sonder

Enttäuschung! Ich könnte das jetzt noch weiter ausführen, aber dass eine vielversprechende Band wie TesseracT ein 36-Minuten-Album mit mit 7 größtenteils dahingetüdelten, uninspirierten Songs veröffentlicht, ist eine Schande. Dummerweise ist die Band an sich mit so viel Talent und Können gesegnet, dass selbst dieses Furz-Album noch besser als die meisten anderen Sachen ist, die 2018 veröffentlicht wurden. Verrückt. Ja, das klingt jetzt etwas inkongruent, aber „Sonder“ ist tatsächlich ein ganz hörbares Album. Allerdings bei Weitem nicht mein Lieblingsalbum der Band und für einen echten TesseracT Fan irgendwie sehr unbefriedigend.

3/5