Geile Mucke, die du letztes Jahr verpasst hast

Jahresrückblick im März? Tja, wenn man nicht als pickelgesichtiger Vollzeitblogger im Steuerregister eingetragen ist und ein Privatleben hat, vernachlässigt man gerne mal untreue Penner wie euch, die sowieso nur wegen den Memes auf mein Blog glotzen. Anyway: Hier die Musikalischen Highlights 2017, zur Abwechslung mal von jemandem, der Ahnung hat…

Ach ja, da ich kein Freund davon bin, ein Werk über ein anderes zu stellen, ist die Liste unsortiert. Ich weiß, was du jetzt denkst…

Tja, musst du dir wohl alles anhören und dir sowas wie einen Musikgeschmack aneignen. Pech gehabt.

While She Sleeps – You Are We

Leider noch viel zu sehr Geheimtipp und die meisten Anhänger wurden von diesen Jungs wohl im Vorprogramm einer bekannteren Band oder auf einem Festival bekehrt. Super eingängige Metalmusik mit sowohl textlichem als musikalischem Tiefgang, die auch beim zehnten Durchgang nicht langweilig wird. Kein Song klingt hier wie der andere und der Gutelaunefaktor ist sehr sehr hoch. Absolute Empfehlung.

Trivium – The Sin And The Sentence

Trivium sind zurück! Der Austausch des Schlagzeugers hat der Band unvermutet viel frischen Wind verpasst. Alex Bent prügelt sich gnadenlos durch das Album, schießt durchgehend ein Feuerwerk in die Beckenabteilung und lässt gelegentlich sogar waschechte Blastbeats von der Leine. Geil! Das Songwriting stimmt endlich auch wieder, alle 11 Tracks haben Wiedererkennungswert, sind eingängig und mitreißend. Nicht ganz so HiFi gemastert wie „Silence In The Snow“, aber dafür um Längen geiler.

Run The Jewels – Run The Jewels 3

RTJ müssen das verhassteste Rap-Duo des Planeten sein. Wann immer die beiden irgendwas raushauen, wird es halt Rap-Album des Jahres. Das ist mittlerweile so sicher wie das Amen in der Kirche oder Chest Day am Montag. Die Flows sind aus einer anderen Dimension, die Texte legen die Messlatte höher als deine Mutti die Keksdose und die Beats sind absoluter Abriss. Wenn du EIN Rap-Album aus dem letzten Jahr hören willst, hör das.

Power Trip – Nightmare Logic

Klingt, als hätte sich die Welt nach „Kill ‚em All“ nicht weiterbewegt. Und scheiße, wir alle wünschen uns doch heimlich, sie hätte es nicht getan. Ultra tighte, groovige, brutale Scheiße. Ohne dieses Album geh ich quasi nicht mehr trainieren.
PS: Das Musikvideo im VHS-Look ist CVLTIC as fuck.

Northlane – Mesmer

Ohne Vorankündigung einfach mal überraschungsmäßig eines der besten Alben des Jahres raushauen. Northlane haben damit einige Kiefer runterklappen lassen. „Mesmer“ ist wieder so ein Album, das eingefleischten Fans wahrscheinlich nicht gefällt. Zu eingängig und zu soft, liest man vereinzelt. Scheiß drauf: Northlane haben sich meiner Meinung nach super entwickelt und sind auch live eine Klasse für sich. Und: Eine der wenigen modernen Metal Bands, die noch richtig gute Texte schreiben. Applaus, Applaus.

Pallbearer – Heartless

Ich höre selten Doom Metal, aber Pallbearer gehen immer. Ein hervorragend gemastertes Album, atmosphärisch und voll großartiger Melodien.  Während viele Doom Bands schnell eintönig klingen oder alle die Retroschiene fahren, schaffen Pallbearer es scheinbar mühelos, die Doom-typische Soundlandschaft aufzubauen und dabei jedoch kreatives Songwriting und einen starken  Wiedererkennungswert beizubehalten.  Definitiv was für die ruhigeren Stunden, aber aus keiner Top-of-2017-Liste wegzudenken!

Leprous – Malina

Progressiver Shit darf in meiner Liste natürlich nicht fehlen. Halt! Hiergeblieben du Penner! So schlimm ist „Malina“ gar nicht. Leprous fand ich zwar schon immer gut, aber auch immer sehr anstrengend. Was nicht zuletzt am Sound der Band lag. Diesen Makel haben Leprous auf ihrem neusten Werkt zum Glück korrigiert. „Malina“ klingt wärmer und organischer als ihrer Vorgänger (und auch weniger übersteuert) und ist damit viel besser durchhörbar. Auch das Songwriting ist um einiges smoother geworden. Leprous zeigen, wie man als Band reift, ohne seine Wurzeln zu verlieren.  Und Einar Solberg singt nach wie vor einfach wie ein Gott. Grandios.

Royal Thunder – Wick

Okay, ich habe doch einen heimlichen Favoriten. Schon mit „Crooked Doors“ hatten Royal Thunder mein Herz gewonnen. Mlny Parsons ist die Verkörperung des Wortes „Rockröhre“. Eine Rocksängerin wie diese findet man heutzutage kaum noch. Irgendwo zwischen Pearl Jam, Alice in Chains und The Kills würde ich den Sound von Royal Thunder einordnen. Und ganz ehrlich: Das Niveau auch. Diese Band hört sich nicht an, als wäre sie diesem Jahrtausend entsprungen und das ist auch verdammt gut so.

Arcane Roots – Melancholia Hymns

Wer auf Muse, Dredg und ähnlichen Kram steht, wird sicher auch schon mal was von Arcane Roots gehört haben. Kreativer Prog/Alternative Rock mit einem Hauch Metal aus good old UK. Während die letzten Alben meiner Meinung nach etwas anstrengend und nur schwer durchhörbar waren, hört sich „Melancholia Hymns“ deutlich mehr nach einem Guss an. Klasse Songwriting und ein ultra-fettes Soundgewand. Ein überraschender Favourite des letzten Jahres!

Kreator – Gods Of Violence

Über dieses Album habe ich schon einmal etwas geschrieben, aber ich sage es an dieser Stelle gerne nochmal: Kreator sind, obwohl eine der dienstältesten und besten Thrash Metal Bands dieses Planeten. „Gods of Violence“ unterstreicht das ganze nochmal sehr gut. Großes Arschtrittkino, von dem sich die meisten jüngeren Bands ne dicke Scheibe abschneiden sollten.

August Burns Red – Phantom Anthem

Den Vorgänger „Found in Far Away Places“ hatte ich ich ja übel gefeiert, aber mit der neuen Scheibe bin ich faszinierenderweise nicht so schnell warm geworden. Wahrscheinlich haben mir die Eigenständigkeit und der Wiedererkennungswert der Songs gefehlt. „Phantom Anthem“ klingt um einiges homogener als der Vorgänger, was mittlerweile aber eine Eigenschaft des Albums ist, die ich zu schätzen gelernt habe. Die Atmosphärische Dichte ist im Katalog der Bands unerreicht. Und auch wenn August Burns Red hier nicht mehr ganz so verspielt zu Werke gehen, zeigen sie dennoch konstant ihr hohes musikalisches Können und dass sie einfach verdammt geile Musik schreiben können.

Polaris – The Mortal Coil

Über dieses Release bin ich durch ein sehr positives Review auf Metal.de gestolpert. Und war sofort auch Feuer und Flamme. Ein modernes Metalalbum, das irgendwie gar nicht nach dem üblichen *core-Einheitsbrei klingt. Stattdessen jede Menge fette, eigenständige und kreativ geschriebene Songs mit großem Spaß- und Arschtrittfaktor. Hör ich heute noch gelegentlich rauf und runter und frage mich dabei die ganze Zeit, wo DIE Jungs denn plötzlich herkommen. Geili geili.

So, das war also mein musikalischer Jahresrückblick. Wenn du Bock hast, gleich was davon zu kaufen, klick einfach auf das Albumcover, um Amazon und mir dein Geld in den Rachen zu schieben. Auf Bald!