Der Klassiker: Jaybird X3

Die Jaybird X3 sind ein wahrer Klassiker unter den Gym-Ohrstöpseln und eine Standardempfehlung, wo man sich auch informiert. Da es bereits den Nachfolger gibt, sind die X3 ein ganzes Stück billiger. Ob sich der Kauf noch lohnt? Das erfahrt ihr hier.

Aktuell kosten die X3 nur noch 106€ bei Amazon, den Nachfolger gibts für 122. Egal, für welche Variante man sich entscheidet, Jaybird produziert die populärsten Sport-Ohrhörer und deshalb habe auch ich einen Blick (und meine Ohren) darauf geworfen.



Übersicht und Zubehör:

Auch die Jaybird X3 setzen auf einen 6mm großen dynamischen Treiber, der in einem schweißresistenten Gehäuse sitzt. Das Nachfolgemodell X4 bietet erstmals echte Wasserdichtigkeit nach IPX7, aber ob das für den Durchschnittssportler wirklich nötig ist, sei mal dahingestellt.

Vorbildlich zeigt sich Jaybird, was das Zubehör angeht. Eine große Auswahl an Silikon und Comply (Memory Schaum) Ohrpassstücken dürfte wirklich jeden glücklich machen. Dazu kommt eine pfiffige, aber fummelige Lösung zur Kabelverkürzung, ein wertloser Beutel und Jaybirds Markenzeichen: Die vergitterten Silikonfinnen, die für den festen Halt im Ohr sorgen und auch in drei verschiedenen Größen vorliegen.

Geladen werden die Dinger übrigens über einen mikroskopisch kleinen proprietären Adapter, der einigen Leuten wahrscheinlich ziemlich schnell verloren geht. Kann aber zum Glück für unter 5€ nachbestellt werden! Das ist wohl der Preis für das sehr platz- und gewichtssparende Design.

Design, Verarbeitung, und Bedienung:

Die Jaybird X3 sehen schlicht, aber schick aus und sind in verschiedenen Farben erhältlich. Das Kabel ist ein bisschen flachbandmäßig gestaltet und die flache und leichte Fernbedienung fügt sich unauffällig ins Geschehen ein. Insgesamt wirkt hier nichts unnötig klobig oder schwer, was sofort einen guten Eindruck macht.

Die Verarbeitung ist ebenfalls solide. Wie schon erwähnt, ist das Gehäuse nicht wasserdicht, aber schweißresistent. Wenn man nicht Eimerweise Schweiß im Training aussondert, dürfte das völlig ausreichen. Besonders gut gefallen hat mir das “Endstück”, wo die Ohrpassstücke angebracht werden. Das ist aus Metall und geht so schnell nicht kaputt, egal wie oft man mit verschiedenen Aufsätzen rumhantiert und experimentiert.

Die Bedienung mit Hilfe der Drei-Tasten-Bedieneinheit ist einfach und intuitiv, nichts zu meckern.

App:

Eine Besonderheit der Jaybird Ohrhörer ist die sehr schön gestaltete App. Sie bietet einen Equalizer und verschiedene Voreinstellungen, so dass man die Klangsignatur an seine Bedürfnisse anpassen kann. Damit zu experimentieren kann ich jedem ans Herz legen. Wer Lust hat, kann seiner Equalizer-Einstellung auch einen Namen geben und sie der Community zum Download bereitstellen. Nice!



Isolation und Klangsignatur:

Zunächst der Hinweis, dass ich die X3 mit dem Equalizer-Preset “Signature” getestet habe. Meiner Meinung nach bietet das den besten und ausgewogensten Klang und ist wahrscheinlich speziell auf den Treiber abgestimmt.

Egal ob mit Silikon- oder Comply-Aufsätzen, die X3 isolieren aufgrund ihrer Bauweise sehr gut. Hat man einmal auf Play gedrückt, verschwindet die Außenwelt und man kann in Ruhe mit seiner Musik an die Arbeit gehen. Besser gehts in dieser Preisklasse nicht.

Die Klangsignatur ist mit der “Signature” Einstellung eine leichte V-Kurve. Bass und Höhen sind leicht angehoben, die Mitten gehen aber nicht unter. Gerade für den Sport ein sehr angenehmes Klangprofil. Die Basswiedergabe erreicht mühelos die tiefsten Frequenzen und bietet ordentlich Kick und Wummern, ohne gleich unpräzise zu wirken. Die Mitten, also Gesang und akustische Instrumente, klingen warm und realistisch. Unaufdringlich und angenehm, aber nicht extrem detailliert. Das selbe gilt für die Höhen. Leicht angehoben, aber nie anstrengend oder spitz, so dass die Details der Musik nicht verloren gehen, aber auch kein Ohrenbluten auftritt. Insgesamt gehören die Jaybird X3 zu den besser klingenden Sport-Ohrhörern. Ein richtiges HiFi-Erlebnis bieten sie freilich nicht, dazu sind sie zu grob, undetailliert und ungenau. Beim Sport kann aber sogar ich über diesen Mangel hinweg sehen. Und Spaß machen die X3 allemal!

Comfort, Praxistest:

Dank der Silikonfinnen haben die Jaybird X3 von Anfang an einen auffallend guten Sitz im Ohr. Die Dinger haken sich stabil in die Ohrmuschel ein und sorgen für einen festen Sitz, ohne schmerzhafte Druckstellen zu verursachen. Ein Verrutschen oder sogar Rausrutschen (höhö) der Hörer hab ich damit bisher noch nicht erlebt.

Sitzt!

Das gummierte Kabel ist etwas mikrofonisch und wird auch hier von der Fernbedienung tendenziell mal in eine Richtung gezogen. Mit Hilfe der der beigelegten “Spangen” kann man das Kabel allerdings effizient und stufenlos verkürzen, dadurch werden die Probleme minimiert. Nicht perfekt, aber besser als bei den meisten anderen Herstellern. Das Nachfolgemodell X4 bietet übrigens eine etwas elegantere Lösung, das Kabel zu verkürzen. Aber auch das ist meiner Meinung nach den Aufpreis nicht unbedingt wert.

fummelig, aber funzt

Der Akku hält ca. 6 Stunden und auch die Bluetooth Reichweite ist guter Durchschnitt, da hab ich wenig zu meckern.

Fazit:

Einige werden jetzt bemerkt haben, dass ich in diesem Artikel wirklich wenig Schimpfworte benutzt habe und auch sonst ziemlich lame war. Das liegt einfach daran, dass Jaybird tatsächlich einen überzeugenden Artikel auf dem Markt haben, der nicht total ablutscht. Klanglich ist noch einiges an Luft nach oben, aber nicht für diesen Preis und mit diesem Gesamtpaket. Wenn ihr auf der Suche nach einem guten Allrounder seid: Tadaaa!



Jaybird X3

106€
8

Zubehör

9.0/10

Design, Verarbeitung, Bedienung

8.0/10

Isolation, Komfort

8.0/10

Sound

7.0/10

Preisleistung

8.0/10

Pros

  • Gute Verarbeitung
  • Reichlich Zubehör
  • Perfekter Sitz im Ohr
  • Guter Klang
  • Mittlerweile erschwinglich

Cons

  • Winziger Ladeadapter
  • Nicht wirklich wasserdicht
  • Kabel nicht perfekt
  • Armseliger Aufbewahrungsbeutel